Goethes Sammlung

EROTISCHES aus Goethes Sammlung

 

Goethes umfangreiche Sammlung von Objekten aus der Bildenden Kunst ist thematisch vielschichtig und kunsthistorisch breit gefächert. Eine beträchtliche Zahl zeigt erotische Darstellungen. Diese wurden im Gegensatz zu Goethes bekannten Dichtungen - Römische Elegien, Venezianische Epigramme, Tagebuchgedicht - mit ihren deutlichen oder verschlüsselten erotischen Passagen - nur selten behandelt.

1990 publizierten Gerhard Femmel und Christoph Michel die Erotica aus Goethes Sammlung erstmalig insgesamt, fachwissenschaftlich anspruchsvoll, unter minutiöser Einbeziehung schriftlicher Quellen, mit dementsprechend ausführlichem Katalog zu allen Stücken. Die Untersuchung ist nicht hoch genug einzuschätzen aber für Leser ohne profunde Kenntnisse der Goetheforschung mühsam zu durchdringen.

Bequemeren Zugang zum Themenkreis bietet der Vortrag. Die Referentin wählt exemplarische Erotica aus, zeigt durch Erklärung und Abbildung, dass sich die zumeist unbekannten erotischen Bestände aus Goethes Sammlung aufs engste mit antiken griechischen und römischen Bildbereichen verbinden. Somit werden die präsentierten Darstellungen mit Informationen aus Ärchäologie und Kunstwissenschaft angereichert, die für das kulturhistorische Verständnis der Sujets hilfreich sein möchten und Goethes Äußerung verstehen lassen: „Ich leugne nicht, dass ich den antiken Erotica im Stillen ergeben bin.“